Mannomannomannomann – was für eine Keltersaison … gefühlt seit April ging es nur darum: wird es genug Äpfel geben?!? Und der Sommer hat wenig dazu beigetragen das unbestimmte Gefühl zu verdrängen, wir könnten dieses Jahr „vor Herausforderungen“ stehen. Aber der Reihe nach …
Wer sich erinnert: wir waren im Frühjahr mal für zwei kurze Wochen im Urlaub. Davor war von der Apfelblüte noch nicht viel zu sehen, und danach: auch nicht 🫣. Also muss ja in der Zwischenzeit die volle Blüte gestanden haben, oder? Aber bei unserem Nach-dem-Urlaub-Sonntagsspaziergang hätten wir ja noch was sehen müssen – haben wir nicht 🤔. Ja klar, da waren schon Blüten, aber ich rede vom „Blütenrausch“ wie zum Beispiel hier zu sehen. Dieses Jahr also nicht – angeblich war es dazu für den Bienenflug ohnehin zu kalt … oh jee.
Der Sommer tat sein Übriges 🥵. Stress für den Menschen, Stress für die Bäume. Sonnenbrand hier wie da. Die Bäume reagierten entsprechend: abwerfen was eh nicht zu retten ist. Die Erntezeit rückte deutlich nach vorne, so dass – wieder einmal – die Frage im Raum stand: liegen wir mit unserem Keltertermin um den 3.10. schon zu spät?
(An dieser Stelle sei an unsere Anfänge erinnert: als wir Ende September/ Anfang gekeltert haben, hieß es von „den alten Hasen“ stets: viel zu früh!)
Zumindest war es Zeit für einen Strategiewechsel: In den vergangenen Jahren konnten wir uns (meist) den Luxus erlauben wirklich nur die guten, kurz dem Apfelfest frisch vom Baum geschüttelten Äpfel zu verwerten. Das Fallobst kam bestenfalls zur Kelterei nach Frankfurt.
Dieses Jahr hieß es ab Anfang September: Fallobst sortieren, Apfelangebote annehmen und schon vorzeitig mit dem Pressen anfangen.

An zwei Sonntagen (Grüße an die Nachbarn! 🙏) im September wurde bewiesen, dass die Packpresse hält was wir uns von ihr versprochen haben: „mal eben schnell“ ein paar Äpfel pressen. Das eine Mal mit Sandra+Nora, das andere mal mit Stephan. Da wurde schon einmal gesammeltes Fallobst und überlassende Äpfel gepresst. Gleichzeitig wurde die Presse auf Funktion getestet 😎.



Auf diesem Wege kamen schon ca. 250 Liter Saft in unseren Keller. Die große Befürchtung „es gibt dieses Jahr keinen Schoppen“ konnte also beiseite geschoben werden 🤩.
Nichtsdestotrotz: das war nur das Vorgeplänkel. Am Ende kommt alles auf das große „Kelterwochenende“ an, also das Apfelfest mit der Ernte direkt davor. Das ist das Maß aller Dinge, das, worauf wir uns das ganze Jahr über freuen.
Die Wetteraussichten für den 3.+4. Oktober waren gut (trocken, ggf. bewölkt) – und waren dann tatsächlich perfekt. Kein Zelt oder Pavillon musste aufgebaut werden! 😎





An dieser Stelle folgt sonst das Bild unserer Garage, gefüllt mit Anhängern voller Äpfel, dazu noch Säcke, und vor der Garage noch mehr …
Dieses Jahr nicht. Es hat sich wohl niemand getraut ein Bild zu machen, zumindest habe ich keins. Unser Anhänger war voller Äpfel, der Unimog auch, dazu viele Säcke mit Fallobst. Wenn man weiß wie es sonst aussah: traurig 😒. Auf der anderen Seite: „besser als wie nix!“ 🤩
Also los geht’s an die Verarbeitung!






Es war wieder ein sehr schönes Apfelfest! Kommt es nur mir so vor, oder war es wirklich entspannter als in den letzten Jahren? Es war ein richtig schöner Nachmittag, der – trotz Sonntag – noch bis in den späteren Abend dauerte.
Wurde denn nur geschwätzt oder auch was geschafft? Es wurde sehr viel geschafft!
Die Apfelqualität war eher schlecht – für die Schnibbler gab es zwar viel zu tun, gleichzeitig war es frustrierend, wenn von einem scheinbar schönen Apfel am Ende weniger als die Hälfte übrig blieb; viel ging auf den Müll (siehe auch Beitragsbild ganz oben).
Unsere altbewährte Schaber-Mühle gab auf halbem Weg den Geist auf – zum Glück hatten wir die Schneidmühle vom OGV hier 🙏 – die macht zwar weniger gute Maische, aber besser als keine!
Vor diesem Hintergrund sind wir über die geleisteten (und wie immer: daumengepeilten) 900 Liter sehr froh!
Dank der Vorpressungen steht das Jahr im Vergleich auch gar nicht so schlecht da wie befürchtet:

Die Quantität passt also. Und auch die Qualität kann sich sehen lassen: im Schnitt ca. 60° Oechsle – das ist ein sehr guter Wert, der einen kräftigen (im Sinne von ‚alkoholhaltigen‘) Schoppen erwarten lässt. Ein Säurewert von ca. 8g/L passt auch. Dennoch: die Qualität der Äpfel war mau, und nicht jede Faulstelle konnte von den Wäschern und Schnibblern gefunden/ entfernt werden. Daher haben wir dieses Jahr wieder mit Hefe gearbeitet, so dass der Apfelsaft möglichst schnell sauber durchgärt.
Im Nachgang haben wir noch Quitten gepresst – das gibt dem Schoppen ein ganz leichtes Zitrusaroma und eine güldene Farbe.

Jetzt heißt es abwarten. Zum Zeitpunkt des Schreibens ist die stürmische Gärung durch, d.h. das mit dem „schnell durchgären“ hat schon geklappt. Und was dabei rausgekommen ist, erfahrt ihr dann spätestens nach Weihnachten, unserer traditionellen Premiere des neuen Jahrgangs. Bis spätestens dahin (naja, ich hoffe, da kommt vorher noch was 🫣)